Deutsches staatliches Bio-Siegel

Im Jahr 2007 wurde ein eigener Bereich zur ökologischen Aquakultur in die EU-Öko-Basisverordnung aufgenommen (EG Nr. 834/2007). Die damit einhergehenden Durchführungsbestimmungen gelten seit 2010. Bei der Bio-Aquakultur steht die kontrollierte Zucht von Fischen unter Berücksichtigung gesundheitlicher und ökologischer Aspekte im Vordergrund. Wesentliche Unterschiede zur konventionellen Aquakultur sind, dass die Fische in geringeren Besatzdichten gehalten werden müssen (max. 25 kg/m3) und nur Futtermittel aus ökologischer Produktion (Ausnahmeregelung bis 31.12.2014) verwendet werden dürfen. Die Haltung in emmissionsarmen, geschlossenen Kreislaufanlagen ist nur für die Aufzucht von Brut und Jungtieren zulässig. Dies wird im Hinblick auf die ökologischen Vorteile geschlossener Systeme (Kreislaufanlagen) vielfach kritisiert. Die Verwendung von pflanzlichen Bestandteilen bei Futtermitteln für karnivore Fische ist derzeit eingeschränkt. Vor dem Hintergrund der ökologisch sinnvollen Substitution von Fischmehl bei Schonung von Wildbeständen ist auch hier ein Diskussionsbedarf zu verzeichnen. Das staatliche Öko-Siegel gilt als ausgewiesenes „Consumer"-Label.