Studie: Wachstum der Aquakultur

Zukunft der Fischversorgung

Wie könnte es im Jahr 2030 um die Fischversorgung der Welt stehen? Foto: Pixabay

Die Aquakultur, also die kontrollierte Erzeugung aquatischer Organismen, wie Fischen, Muscheln, Krebstieren oder Algen, gilt oft als der am schnellsten wachsende Zweig der Lebensmittelproduktion. Eine neue Studie mit dem Titel "Aquaculture over-optimism?" (Front. Mar. Sci., 14 November 2022) stellt diese Aussage auf die Probe. Die Forschenden kommen zu dem Schluss, dass die Wachstumsraten beobachteter Fallstudien den Höhepunkt bereits überschritten haben und sinken. Diese Analysen basieren v. a. auf den Wachstumsraten vor und nach sog. peak years (engl. Spitzenjahren), also den Jahren mit dem größten Wachstum. Hierbei gilt zu beachten, dass diese ein relatives (%) und kein quantitatives (t) Wachstum abbilden. Als Spitzenjahr für Lachs wurde in der Studie bspw. das Jahr 1967 für den Vergleich herangezogen. In den 60er Jahren war die Menge in Aquakultur erzeugter Lachse jedoch absolut gering im Vergleich zu heute.

Die Ergebnisse zeigten weiter, dass eine Versorgung der Weltbevölkerung mit Fisch auf dem zu erwartenden Niveau ganz ohne die Fangfischerei im Jahr 2030 nicht möglich ist. Die AutorInnen warnen ebenfalls vor gravierenden sozio-ökonomischen Auswirkungen des aquaculture over-optimism. Diese Schlussfolgerung basiert auf dem Vergleich der regionalen Erzeugung in Aquakultur mit den quantitativen Daten aus der Fangfischerei.

Ein Interview (EN) mit zwei Autoren finden Sie auf der Webseite der University of British Columbia.

Die Studie ist frei verfügbar auf der Webseite frontiersin.org.

[News aktualisiert am 28.11.2022]

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